Hallo liebe Musikfreunde !

 

Kleine Instrumentenkunde

Sie finden hier eine Auswahl der Instrumente, welche in unserem Verein  vertreten sind.

[Flöte] [Oboe] [Klarinette] [Saxophon]  [Trompete] [Flügelhorn] [Tenorhorn/Bariton] [Waldhorn] [Posaune] [Tuba] [Schlagzeug]  

Die Flöte und das Piccolo

Die Querflöte war im 11. Jahrhundert als Querpfeife bzw. Schwegelpfeife bekannt. Um 1750 (etwa zur Zeit Bachs) verdrängte sie die Blockflöte und wurde ein bedeutendes Solo- und Orchesterinstrument. Früher meist aus Holz gefertigt (aus diesem Grund gehört sie auch zur Gattung der Holzblasinstrumente), wird das Instrument (Mensur wieder zylindrisch)heute fast ausschließlich aus Metall , vor allem Neusilber und Silber  Messing, aber als auch aus Gold und als Sonderanfertigung aus Titan, Karbon oder Edelstahl hergestellt. Auch Holzquerflöten sind heute wieder beliebter als vor einigen Jahren.

Bau der Flöte

Sie wird in drei Teile zerlegt: Kopfstück, Mittelstück und Fußstück

Man unterscheidet außerdem Flöten:

  1. mit einem geraden Kopfstück und
  2. mit einem gebogenen Kopfstück

Gebogene Kopfstücke verwendet man als Lernhilfe für Kinder- oder bei Alt-, Tenor- und Bassflöten. So ist das Instrument einfacher zu greifen.

Bei den Klappensystemen am Mittelstück unterscheidet man ebenfalls zwei Bauweisen:

  1. geschlossene Klappen: die Finger betätigen sie.
  2. offene Klappen (heute fälschlich auch als Ringklappen bezeichnet): die Finger verschließen das Loch und betätigen die Klappen.

Dies hat den Vorteil, dass der Flötist die Luftgeschwindigkeit in den Fingerspitzen spürt, und sie so besser korrigieren kann. Zudem verlangt ein System mit offenen Klappen eine genauere Fingertechnik, was wiederum für ein exakteres Flötenspiel nötig ist. Die Griffmöglichkeiten sind ebenfalls sehr viel flexibler. (Auf einer Flöte mit geschlossenen Klappen gibt es nur gut 40 verschiedene Griffe, während es auf einer Ringklappenflöte über 1000 verschiedene Möglichkeiten gibt)

Auch beim Fußstück sind zwei Bauweisen möglich:

  1. Flöten mit einem C-Fuß und
  2. Flöten mit einem H-Fuß

Bei Flöten mit einem C-Fuß ist der tiefstmögliche Ton das c´. Bei Flöten mit einem H-Fuß wiederum kann man noch einen Halbton tiefer spielen. Also bis zum h.

Wartung

In den Klappen sind so genannte "Polster" eingebaut. Diese bestehen aus elastischem Material (aus einem Karton, einer Schicht Filz und so genannter Fischhaut (hauchdünner Schafsdarm)) und haben die Aufgabe, die Tonlöcher luftdicht zu verschließen. Die Polster sind ein sehr empfindlicher Teil der Querflöte, darum sollte man sie nie mit den Fingern oder dem Putztuch berühren. ebenso sollte man es vermeiden, die Flöte mit Silberputzmitteln zu säubern, da dabei die empfindlichen Polster stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Flöte hat eine feine Mechanik, die mit Öl versorgt und nachgestellt werden muss. Die Polster werden, wenn sie abgenutzt sind, ausgetauscht. Man sollte eine Querflöte nicht zu lange zusammengesetzt liegen lassen, da sie sonst verstaubt oder gar rostet. Ebenfalls ungünstig ist es, das Instrument bei offenem Fenster, in der Sonne oder auf der Heizung liegen zu lassen, weil die Haut der Polster ("Fischhaut") auf Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen reagiert.

Geschichte

Das früheste eindeutige Bild einer Querflöte fand sich auf einem etruskischen Relief in Perusa. Es stammt aus dem zweiten oder ersten Jahrhundert vor Christus. Das Instrument wurde damals nach links gehalten, erst in einer Illustration eines Gedichts aus dem elften Jahrhundert wurde eine Darstellung einer nach rechts gespielten Flöte entdeckt.

Die Renaissance-Flöten wurden einteilig mit zylindrischer Bohrung gebaut. Es gab insgesamt 6 Löcher, jedoch keines davon für den Daumen. Diese waren relativ klein (ca. 6 mm); das Mundloch wurde kreisrund gebohrt. Mit der üblichen Anordnung der Tonlöcher konnten noch keine Dur- oder Molltonleitern gespielt werden, sondern nur die mittelalterlichen Hexachorde.

Im Barock-Zeitalter waren die Flöten bereits drei- bis vierteilig. Die Bohrung war konisch, d. h. das Kopfstück war dicker als der Fuß. Zum Anpassen der Stimmung, die von Ort zu Ort variierte, verfügte jedes Instrument über mehrere austauschbare Mittelstücke. Die sechs Grifflöcher ermöglichten inzwischen das Spiel von Dur- und Moll-Tonleitern (günstigste Tonarten: D-Dur und h-moll). Der Tonumfang reichte vom d´ bis zum a´´´, wobei Quantz das e´´´ als den höchsten brauchbaren Ton bezeichnete. Zunächst wiesen die 'Traversflöten eine Klappe auf, um auch das dis' spielen zu können. Mit Einführung der temperierten Stimmng und zur Erleichterung der Griffweisen wurde im Laufe der Zeit immer mehr Klappen eingeführt.

Dem Instrumentenbauer Theobald Böhm hat die Querflöte ihre heutige Form (wieder zylindrisch) zu verdanken. Um 1850 entwickelte dieser ein chromatisches Klappensystem, welches die Anbringung der Tonlöcher allein nach akustischen Gesichtspunkten ohne Rücksicht auf die Greifbarkeit ermöglichte. (Böhmflöte) Dieses System wurde übrigens auch auf andere Holzblasinstrumente (z.B. Klarinette) übertragen.

Neben Silber und Gold sind heute für den Flötenbau folgende Materialien gebräuchlich: vergoldetes Silber, Weißgold, Neusilber (Legierung aus Kupfer, Zink und Nickel), Platin, Palladium, Titan, Karbon, Messing, Edelstahl und Holz.


Große Flöte
und Piccolo (klingt eine Oktave höher) bilden zusammen mit der kleinen Es-Klarinette die Klangspitze im Blasorchester und sind von der Intonation her sehr empfindlich. [Verzeichniss]

Die Oboe

Die Oboe (hautbois) hat sich aus der mittelalterlichen Schalmei entwickelt. Das Instrument erscheint 1511 und besitzt 7 Grifflöcher. Anfang des 19. Jh. baut J.G. Zencker aus Adorf eine Oboe mit 3 Klappen. Das heutige Instrument besteht aus einem mit Löchern und Klappen versehenen kurzen Rohr. Es wird aus Ebenholz oder Buchsbaum gefertigt und besitzt ein Mundstück mit doppeltem Rohrblatt. An der Entwicklung der Oboe hatte Frankreich einen wesentlichen Anteil. Dort wurde das Instrument "Hautbois", d.h. - hohes Holz -genannt, zum Unterschied von dem "Grosbois" oder "Basson" tiefes Holz, tiefer Ton. [Verzeichniss]

 

Geschichte der Klarinette

Die Klarinette hat keine wirklichen Vorfahren

Die meisten Instrumente, die wir heute kennen, sind Weiterentwicklungen schon sehr alter Instrumente.

Das gilt auch für die Holzblasinstrumente. Flöten aus hohlen Ästen oder Knochen dürften schon in der Steinzeit benutzt worden sein. Vorfahren der modernen Holzblasinstrumente haben sich vor allem in Kleinasien entwickelt, und sind dann über die Türkei nach Europa gekommen. Doppelrohrinstrumente ähnlich der Oboe (wie das Aulos auf dem etruskischen Bild rechts) waren beispielsweise schon im alten Ägypten und Griechenland bekannt, man sieht sie auf Wandmalereien in Grabkammern und auf Weinkrügen.

Die Klarinette aber ist ein Instrument, das praktisch um 1700 "erfunden" wurde; sie ist die Ausnahme, die nicht über eine schrittweise Weiterentwicklung eines bereits bestehenden Instruments entstand.

Es gab zwar schon sehr lange Instrumente mit einfachem Rohrblatt, die als Hirteninstrument bekannt waren: Das Zummarah, das Arghul und das auch in Europa verbreitete Chalumeau (von Calumus gr/lat = Rohr) oder die Schalmei ("Es tönen die Lieder, der Frühling kehrt wieder, es spielet der Hirte auf seiner Schalmei..."). Dieses Instrument hatte nichts zu tun mit dem heute Schalmei genannten, mehrrohrigen Blechblasinstrument. Es gibt leider keine erhaltenen Instrumente dieses Typs mehr, aber man nimmt an, dass es ziemlich ähnlich wie eine Blockflöte ausgesehen haben muß, und wie die untere Oktave der heutigen Klarinette klang. Man weiss, dass es nur um die neun Töne (das untere Register der heutigen Klarinette) spielen konnte. Darüber hinaus stimmte es nicht besonders gut. Deshalb war es für die meisten Komponisten und ernsthaften Musiker uninteressant. Es wurde nur selten eingesetzt, wenn man eine Hirtenszene darstellen wollte.

Warum gibt es keine Vorfahren der Klarinette?

Das Problem bei der Entwicklung der Klarinetten-ähnlichen Instrumente wie dem Chalumeau wird deutlich, wenn man sich klarmacht, was passiert, wenn man eine Tonleiter auf einem Instrument wie der Blockflöte spielt: Es gibt acht oder neun Tonlöcher für die untere Oktave (man hat ja 10 Finger), und dann ein Oktavloch. Bei allen anderen Instrumenten (ausser der Klarinette) führt das "Überblasen" oder das Öffnen eines Oktavlochs dann dazu, dass die Töne, die man dann greift, genau eine Oktave höher klingen. Das lernt man schnell, und es hat für den Instrumentenbauer Vorteile: Die Löcher und ihre Abstände für die obere Oktave sind genau die gleichen wie für die untere Oktave. Bei der Klarinette ist das aber anders: Überbläst man die Klarinette (bzw. drückt die Überblasklappe) erklingt sie eine Oktave plus eine Quinte höher, also 8 + 5 = 12 Töne, eine sogenannte Duodezime. Das muß ein Spieler erst lernen. Es hat aber auch vertrackte Rückwirkungen auf den Aufbau des Instruments: Die Lochabstände für den unteren Tonbereich müssten andere sein als für den oberen. Da das nicht so einfach geht, muß man einen Kompromiss finden. Das haben die Instrumentenbauer vor 1700 nicht beherrscht, vor allem, weil sie den theoretischen Hintergrund nicht kannten.

Erfindung der Klarinette

C. H. Denner hatte es nun nach langem Experimentieren mit dem Chalumeau geschafft, ein Instrument zu bauen, mit dem man nicht nur die Naturtöne (also das untere Register, dass heute bei der Klarinette folgerichtig auch Chalumeau-Register heisst) spielen konnte, sondern eben auch halbwegs sauber die oberen Töne, indem man es überblies. Darüber hinaus musste er die Töne, die direkt unter dem Duo-Dezim-Sprung liegen, durch zwei zusätzliche Löcher (Klappen) hinzufügen. Die Probleme bei der Stimmung musste man mit dem Ansatz ausgleichen.

 

Die ersten Klarinetten waren noch sehr einfach und sahen wie eine etwas grössere Blockflöte aus, mit anfangs zwei, später drei Klappen, aber sie hatten jetzt plötzlich einen grösseren Tonumfang als eine Oboe oder Trompete. Daneben konnte man verhältnismässig laut spielen, und technisch komplizierte Läufe ausführen. Man ersetzte mit dem neuen Instrument zuerst die hohen Trompeten, die sogenannten "Clarini". Daher dürfte sich auch der Name des Instrumentes ableiten.

Das Instrument war eine Sensation, und verbreitete sich ungeheuer schnell. Vivaldi schrieb bereits 1740 drei Concerti grossi, und Händel komponierte 1748 eine Ouvertüre, wo er Klarinetten in d einsetzte.

Es wird weithin angenommen, dass es Denner war, der das Instrument erfand; nur über ihn existiert ein kurz nach der Erfindung erscheinender namentlicher Hinweis. In letzter Zeit wird diskutiert, ob es eventuell auch andere Erfinder gab. Dafür gibt es aber bisher keine gesicherten Anhaltspunkte.

Im Orchester in Mannheim gab es um 1760 bereits dauernd zwei Klarinettenstimmen; wobei diese Musiker gleichzeitig noch Oboisten waren. Ab 1778 waren es "volle" Klarinettisten. Kurz danach schrieb Mozart bereits seine ungeheuer anspruchsvollen Klarinettenwerke, unter anderem das berühmte Konzert in A für Bassettklarinette. Zu der Zeit hatten Klarinetten maximal fünf Klappen, kaum vorstellbar, dass man solche Stücke damit spielen konnte, aber es muss gegangen sein; denn die Kritiker waren begeistert.

Iwan Müllers Klappen

Iwan Müller war ein deutscher Klarinettenvirtuose und Instrumentenbauer, der die Klappenmechanik revolutionierte. Während die alten Klappen eine einfache Kipp-Mechanik und ein Filzpolster hatten, so dass sie nie wirklich perfekt schlossen, entwickelte er die Löffel-Klappe mit Lederpolster und die versenkten Löcher mit erhabenem, konischen Ring, wie sie heute üblich sind. Insgesamt hatte Müllers Klarinette 12 Klappen.

Daneben veränderte Müller das Blatt bis nahe in seine heutige Form und entwickelte die Blattschraube. Leider akzeptierte das Pariser Konservatorium seine Entwicklungen im Jahr 1812 nicht, weil man dort glaubte, dass eine chromatische Klarinette, also eine, die jede Tonart spielen kann, den spezifischen Charakter der unterschiedlichen Klarinetten zerstören würde. Man war überzeugt (und ist es ja zum Teil noch heute) dass einzelne Tonarten einen bestimmten Charakter haben.

Klosés Instrument (Boehm) setzt sich in Frankreich (und dann in der Welt) durch

Kurz danach brachte der deutsche Flötenbauer Theobald Boehm zwei Verbesserungen in den Instrumentenbau: Zum einen schaffte er eine mathematische Grundlage zur perfekten Berechnung der Position Tonlöcher, und zum anderen erfand er die Ringklappe. Die Ringklappe ermöglicht es, ein Loch zu schliessen, dass grösser ist, als der Finger, wobei der Finger genau auf der Ringklappe liegt.

Auf dieser Basis hatte der Franzose Hyacinthe Klosé das "Boehm"-Klarinettenmodell entwickelt, das sein Instrumentenbauer Buffet 1839 baute. Klosé hatte es geschickter angestellt als Iwan Müller, sein Instrument wurde von der Pariser Akademie akzeptiert und wird heute in der ganzen Welt (mit Ausnahme Deutschlands und Oesterreichs) gespielt.

Deutschland verfolgt einen eigenen Weg

1860 wurde die Klarinette von C. Baermann (von dem auch die bekannte Klarinettenschule stammt) überarbeitet. Einigen großen Anteil an der Entwicklung des deutschen Systems hat auch der berühmte Adolphe Sax, der belgische Erfinder des Saxophons. Das heute in Deutschland standardmäßig eingesetzte Instrument ist ein Oehler-System, das auf Oskar Oehler zurückgeht, einem Berliner Instrumentenbauer um 1900. Diese heutige Form der Klarinette hat 22 Klappen und 5 Ringe.

Beide Systeme, Boehm und Oehler, sind heute im wesentlich gleichwertig, wenn auch im Klang und der Spieltechnik unterschiedlich. Dadurch entstehen Probleme für Komponisten und Spieler, wenn sie Stücke für das jeweils andere System schreiben oder spielen müssen.

Grundsätzlich kann man sagen, dass gute Komponisten sich immer mit den Stärken und Schwächen der Instrumente auseinandersetzen; daher kann es manchmal grifftechnische Probleme auf dem einen System geben, die mit dem ursprünglich vorgesehenen (anderen) System ganz leicht gehen. Viel gravierender ist allerdings noch der Unterschied im Klang und dass vom nicht-deutschen Komponisten als selbstverständlich angenommene Vibrato, das mit einem deutschen Instrument kaum zu spielen ist und das wir auch nur selten lernen. 

In Musikvereinen werden fast ausschließlich B-Klarinetten und die Bassklarinette verwendet. Gelegentlich trifft man aber auch die kleinere Es-Klarinette, die mit ihrem durchdringenden Ton dem Holzregister zu enormer Durchschlagskraft verhelfen kann. Die Klarinetten sind oft melodieführend, sorgen aber mit allerIei Trillern, Läufen und Verzierungen für Brillianz und Farbe im Blasorchester. [Verzeichniss]

Die Saxophone

1838 begann Adolphe Sax in der von seinem Vater 1835 übernommenen Instrumentenbauer Werkstatt mit ersten arbeiten an dem späteren Saxophon.

Als er 1842 mit seiner Werkstatt nach Paris umzog stieß er auf die Missgunst der dort ansässigen Instrumentenbauer, die versuchten ihn die Erfindung streitig zu machen. Nach jahrelangen Patentstreitigkeiten konnte Sax sich endlich durchsetzen und gilt daher als Erfinder des Saxophons.

Adolphe Sax ( 1814 - 1894 ) gilt als der Erfinder des Saxophones

Adolphe Sax beantragte 1846 das Patent auf seine, in 8 verschieden Baugrössen gefertigten, Saxophone, welches im für zunächst 15 Jahre auch erteilt wurde.

Dieses Patent verlängerte er kurz vor Ablauf um weitere 5 Jahre.

1854, 2 Jahre nach seinem ersten gerade noch abgewendeten Konkurs 1852, konnte Sax, das französische Militär gewinnen, und stattete nun die Militärkapellen mit seinen Saxophonen aus.

Durch die Niederlage des französischen Militärs 1870 und der darauf folgenden schlechten wirtschaftlichen Lage, geriet Sax abermals in finanzielle Schwierigkeiten und konnte auch einen 2. drohenden Konkurs 1873 gerade noch abwenden. Doch nur 4 Jahre später im Jahre 1877 musste Adolphe Sax nun endgültig Konkurs anmelden.

Am 07.02.1894 stirbt Adolphe Sax einsam und verarmt in Paris 

Obwohl doch vollkommen aus Metall, gehört das Saxophon trotzdem zu den Holzblasinstrumenten. Dies liegt in der Anblastechnik begründet, denn genau wie bei den Klarinetten wird der Ton durch ein Schnabelmundstück mit einfachem Rohrblatt erzeugt. Die Klappenmechanik ist aber eher mit der der Flöte als mit der einer Klarinette verwandt. Das Saxophon wurde um 1840 von Adolphe Sax, einem belgischen Instrumentenbauer aus einer Kombination einiger anderer Instrumente entwickelt. Es gelang jedoch nur in ganz wenigen Fällen, das Saxophon ins Sinfonieorchester einzuführen. Es machte daher seinen Weg über französische Militärkapellen und die Südstaaten Amerikas in die amerikanische Jazz-Szene (New Orleans). Von hier war der Weg in die großen Swing-Orchester (Big-Bands) nicht mehr weit. Ins deutsche Militärorchester gelangte das Saxophon erst kurz vor dem 2. Weltkrieg, als Felix Husadel beschloss, seinem Luftwaffenmusikkorps einen Saxophonsatz beizufügen (nicht bei Infanterie und Marine). In Deutschland konnte das Saxophon seinen Siegeszug erst nach dem Krieg in den großen Tanzorchestern und in der Jazzmusik antreten.

Im Musikverein werden fast ausschließlich das Alt-Saxophon in Es, das Tenor-Saxophon in B und das Bariton-Saxophon in Es verwendet. Seltener  das in kerzengerader Form gebaute Sopran-Saxophon. [Verzeichniss] 

Die Trompete

Geschichte

Die Geschichte der Trompete lässt sich bis in die vorgeschichtliche Zeit zurückverfolgen. In außereuropäischen Ländern sind Funde aus dem 4. Jahrtausend vor Christus bekannt. Durch die Kreuzzüge kam die Trompete nach Europa, wo sie im 12. Jahrhundert als Busine auftaucht, die einen langgestreckten Körper hat.
Im 16. Jahrhundert entstand aus ihr die Naturtrompete, deren Röhre verlängert und gebogen wurde, damit auch tiefere Töne spielbar waren. Aus den verschiedenen Größen hat sich im 15. Jahrhundert eine bügelförmige Standardrohrlänge von 120 cm gebildet. Bis 1300 konnte man mit den Trompeten nur vier Naturtöne spielen, ab 1400 waren sechs bis acht möglich. Während vorher nur einzelne Töne gespielt wurden, fing man im 16. Jahrhundert an, Melodien zu spielen, auch wenn nur die Naturtöne zur Verfügung standen.
Am Ende des 18. Jahrhunderts wurden an den Trompeten Klappen, Züge und Stimmbögen angebracht, damit der Tonumfang chromatisch erweitert werden konnte. Als um 1820 das Pumpventil und damit die Ventiltrompete entstand, wurde die Trompete voll melodiefähig. Im Mittelalter wurde die Trompete häufig an Höfen als Signalinstrument verwendet. Seit dem 17. Jahrhundert haben viele Komponisten virtuose Trompetenwerke geschrieben.

 

Charakteristika

Eine Trompete hat eine zylindrisch-konische Röhre mit enger Mensur aus Metall. Verwendet werden in erster Linie Messing, Goldmessing oder Neusilber. Der Klang ist sehr hell und strahlend. Bei der Tonerzeugung wirken die Lippen des Bläsers wie Gegenschlagzungen. Dadurch wird der Ton, der der Lippenfrequenz am nächsten liegt, zum klingen gebracht. Das Mundstück hat eine halbkugelige Form.
Die Trompete hat drei Ventile, die entweder Pump- oder Drehventile sein können. Es gibt neben diesen Arten auch die Umschaltventile, die es ermöglichen, das Instrument für längere Zeit umzustimmen. Die heute gebräuchliche Trompete in B hat neben drei Zylinderventilen auch ein Stellventil nach A. Ihr Tonumfang reicht von es bis d3, der optimale Klangbereich liegt zwischen f und f2.
Neben der Trompete in B gibt es die Kleine Trompete, die für extrem hohe Stellen verwendet wird, die Jazztrompete, die Aidatrompete, die extra für Giuseppe Verdis Oper gebaut worden ist, die Alt- und die Basstrompete.

Ähnliches Instrument : Flügelhorn, mit einem weicheren Ton.

Im Musikverein wird die Trompete neben Solo-Aufgaben vor allem in signalartigen Passagen und zur Akzentsetzung verwendet. Oftmals unterstützt sie auch die Flügelhörner in der Melodieführung. Mit ihrem prägnanten, scharfen und durchsichtigen Klang setzt sie sich jedoch von den Flügelhörnern deutlich ab und setzt so Schwerpunkte. [Verzeichniss] 

Das Flügelhorn

Ein scheinbarer Verwandter der Trompete ist das Flügelhorn, das aber einer völlig anderen Instrumentengruppe zugeordnet wird. Nicht ganz Trompete, nicht ganz Waldhorn. Es gehört zur Familie der Bügelhörner, welche um 1825 (nach Erfindung der Ventile) regelrecht aus alten Signal- und Klappenhörnern entwickelt wurden. Hierzu zählen auch das Alt-, Tenor- und Baritonhorn sowie die Bass-Tuben. Diese Instrumente wurden hauptsächlich im Militärorchester verwendet um mehr Durchschlagskraft und Klangbreite zu erlangen. (18. Jahrhundert: Oboen, Klarinetten, Flöten, Fagotte und Hörner). Ihr Ursprung liegt im österreichisch-böhmischen Raum. Im Sinfonie-Orchester haben diese Instrumente nie eine Rolle gespielt (Ausnahme: Tuba). Das Flügelhorn unterscheidet sich von der Trompete durch seine konische, etwas weitere Bauart und den somit weicheren und wärmeren Klang, der Tonumfang ist jedoch derselbe. Ebenso wie bei der Trompete kommen sowohl Zylinder- als auch Perinet - Ventile zum Einsatz.

Im Militärorchester wie auch in Blasorchestern ist das Flügelhorn fast ausschließlich mit Melodieaufgaben betraut (Geige des Blasorchesters). Charakteristisch für das deutsche Blasorchester ist der wohltuende Kontrast zwischen den Flügelhörnern (weicher Klang) und den Trompeten (scharfer Klang). Daher ist es immer bedauerlich, wenn aus Mangel an Instrumenten (oder Geld) die Flügelhornstimme mit Trompeten geblasen wird. [Verzeichniss]

Das Tenorhorn / Bariton

Tenorhorn

Bariton

Tenorhorn gerade

DAS TENORHORN/BARITON klingt eine Oktave tiefer als das Flügelhorn und besitzt durch seine konische (stetig weiter werdende) Bauform einen wesentlich weicheren, getrageneren Klang als

z.B. die Trompete oder die Posaune.

Es ist äusserst beweglich und übernimmt daher häufig Melodiepassagen oder Nebenmelodien (v.a. Tenorhorn), aber auch schwierige Läufe und harmonische Aufgaben sind in den Noten häufig zu finden; gelegentlich werden sogar die Tuben in ihrer Bass-Funktion unterstützt (Bariton). Es wird auch als „Cello des Blasorchesters“ bezeichnet.  

Einziger Vertreter der Bügelhörner im Sinfonie-Orchester ist die Tuba. Tenorhorn/Bariton und Flügelhorn sind dort nicht vertreten, aber dafür ein nicht ersetzbarer Bestandteil böhmischer Blasmusik.  

Die beiden weitgehend identischen Instrumente Tenorhorn und Bariton gehören, ebenso wie das Flügelhorn und die Tuba, zur Familie der Bügelhörner.

Tenorhorn und Bariton unterscheiden sich lediglich in der Notation und in der Mensur und ggf. durch die Anzahl der Ventile.

Die Tenorhorn-Stimme wird im Violinschlüssel notiert, während die Bariton-Stimme im Bass-Schlüssel geschrieben und meist tiefer ist. Daher sollte diese Stimme mit weitmensurierteren (breiter gebauten) Instrumenten, die möglichst 4 Ventile besitzen, gespielt werden. 4 Ventile sind auch beim Tenorhorn von Vorteil, aber kein Muss.

In der, bei uns im Verein verwendeten, „gebogenen“ Form sind Zylinderventile die Regel, während die gerade Form mit Périnet-Ventilen gebräuchlich ist (vgl. Trompete, Flügelhorn)  

Im Musikverein haben "die Tenöre" weit gefächerte Aufgaben. Von der Melodie über eigenständige Nebensolo-Passagen und harmonische Aufgaben, müssen sie mitunter sogar die Tuben in ihrer Bass-Funktion unterstützen. Ihre eigentliche Domäne ist jedoch die tschechisch-böhmische Blasmusik, wo sie im Wechsel mit den Flügelhörnern für die richtige "Biergartenstimmung" sorgen. [Verzeichniss]

Das Waldhorn

Geschichte

Das Horn ist heute als Kurzform für das Waldhorn gebräuchlich, dient aber auch als Oberbegriff für Blasinstrumente, deren Ton mit den schwingenden Lippen des Bläsers erzeugt wird. Dazu zählen zum Beispiel das Bügelhorn, das Kornett, das Waldhorn, aber auch die Trompete und die Posaune. Wegen ihres durchdringenden Klanges wurden sie früher vorwiegend als Signal- und Repräsentationsinstrumente verwendet. Hörner hat es schon vor langer Zeit gegeben. In prähistorischer Zeit wurden Naturhörner aus Elfenbein, Holz oder ausgehöhlten Tierhörnern hergestellt. Diese haben sich zum Olifant und Hifthorn entwickelt, aus dem wiederum das Jagd- und Posthorn hervorgegangen ist. Dieses war erstmals eingerollt, um Platz zu sparen.
Naturhörner verfügten zunächst nur über die Naturtöne. Um den Tonvorrat zu vergrößern, gab es ab dem 13. Jahrhundert Grifflochhörner. Dazu gehören vor allem die Zinken und das Serpent. Im 18. Jahrhundert wurden die Grifflochhörner mit Klappen versehen. Ein berühmtes Klappenhorn ist die Ophikleide, die später von der Basstuba verdrängt wurde. Im 17. Jahrhundert haben sich durch den Einbau von Ventilen aus dem Jagdhorn die Ventilhörner entwickelt, zu denen die Kornette, Flügelhörner sowie die sogenannten Wagner-Tuben gehören. Insbesondere für die Naturwaldhörner machte diese bauliche Veränderung um 1814 eine Vollchromatisierung möglich.
Heute wird normalerweise das Doppelhorn verwendet, das eigentlich eine Kombination aus einem F- und einem B-Horn ist, zwischen denen mittels Umschaltventil gewechselt werden kann.
 

Charakteristika
Hörner können entweder eine überwiegend zylindrische, aber auch eine überwiegend konische Röhre haben. Das Waldhorn, überwiegend aus Metall, kann eine Tonhöhenveränderung durch den Einsatz der drei Ventile erzeugen. Durch das erste Ventil wird das Horn um einen Ganzton tiefer, das zweite Ventil bewirkt eine Vertiefung um einem Halbton und mit dem dritten Ventil wird das Instrument um eine kleine Terz tiefer gestimmt. Durch die Kombination der Ventile kann eine Vertiefung um sechs Halbtöne erreicht werden, ähnlich wie bei der Posaune. Durch das Umschaltventil bei dem Doppelhorn kann das Instrument sowohl in Tenorlage als auch in Basslage gespielt werden.
Der Tonumfang eines Horns in F reicht von B1 bis b2, der optimale Klangbereich liegt zwischen F und c2. Ein Ton wird erzeugt, indem der Bläser seine Lippen elastisch spannt, wie es beim Pfeifen geschieht. Dadurch wird der Luftstrom periodisch unterbrochen. Durch das trichterförmige Mundstück entsteht ein weicher, dunkler Klang. Durch Einführen der Hand in den Trichter kann ein Ton so weit modifiziert werden, dass sowohl eine Vertiefung als auch eine Erhöhung erreicht werden kann.

Das Naturhorn, das erstmals Aufnahme in das Orchester fand, wurde um 1650 in Frankreich entwickelt und ist eine größere Version der kleinen, sichelförmigen Hörner mit kreisförmig gewundenem Rohr. Das Jagdhorn, das Anfang des 18. Jahrhunderts im Orchester eingeführt wurde, erzeugte nur rund zwölf Töne der natürlichen Obertonreihe. Mit der Erfindung der Technik des Stopfens im Jahre 1750 wurden die Hörner leistungsfähiger. Beim Stopfen schiebt der Spieler die Hand in die Stürze des Hornes, um die Tonhöhe um einen Halbton zu ändern. Trotz dieses Fortschritts waren immer noch zusätzliche Rohrlängenerforderlich, die so genannten Bögen oder Krummbügel, um in verschiedenen Tonlagen spielen zu können. Dies machte das Instrument sehr unhandlich. Die Erfindung von Ventilen im 19. Jahrhundert revolutionierte das Horn, denn jetzt konnte der Spieler die Rohrlänge (und damit den Ton) allein durch die Bewegung eines Fingers verändern. Ein in F gestimmtes Horn mit drei Ventilen kann eine vollständige chromatische Skala über drei Oktaven erzeugen, vom B unterhalb des Bassschlüssels (eine Quinte höher notiert) an aufwärts. Heute benutzt der Hornist die Technik des Stopfens, um Intonation und Klangfarbe zu verändern.

Das moderne Horn in F hat drei Ventile, kreisförmige, enge Windungen, die sich am Ende zu einem breiten Schallstück öffnen, und ein trichterförmiges Mundstück, das für den weichen, warmen Klang des Hornes verantwortlich ist. Das Doppelhorn in F und B, das um 1900 eingeführt wurde, verdrängt das F-Horn zunehmend. Es hat ein zusätzliches Ventil, um den B-Stimmbogen umzuschalten, und bietet einige technische Vorzüge. Im modernen Symphonieorchester sind in der Regel vier Hörner vertreten. Das Waldhorn in F ist eines der "längsten" Blasinstrumente: Würde man es "abwickeln", so hätte es die stattliche Lange von 3,60 m. Nur die Kontrabass-Tuben (B oder C) sind "länger" (bis 5,50 m). Das Waldhorn gilt zusammen mit der Oboe als das am schwierigsten zu spielende Instrument. 
[Verzeichniss]

Die Posaune

Geschichte

Die Posaune hat sich vermutlich aus der Zugtrompete entwickelt. Der U-förmige Zug dieser Trompete, der nach 1434 in Burgund entstanden ist, wurde verlängert, wodurch man eine Tonerweiterung in tiefere Lagen ermöglichte.
Im 16. Jahrhundert hat es einen ganzen Posaunenchor gegeben, bestehend aus Diskant- und Altposaune, der Tenorposaune, Quart-, Quint- sowie Oktavposaune. Diese Posaunenvielfalt hat sich nicht durchsetzen können. Seit 17. Jahrhundert werden nur noch Alt-, Tenor- und Bassposaunen verwendet. Die im 19. Jahrhundert entwickelte Ventilposaune, die statt des Zuges drei Ventile hat, konnte sich ebenfalls nicht behaupten.
Posaunen werden seit dem 18. Jahrhundert dreifach in unterschiedlicher Besetzung im Orchester eingesetzt. Außerdem ist die Posaune ein beliebtes Instrument fürs Abblasen vom Kirchturm.

 

Charakteristika

Das Blechblasinstrument mit überwiegend zylindrischem Rohrverlauf besteht aus einem kesselförmigen Mundstück, einem U-förmigen Hauptrohr, das in die Stürze mündet, und zwei Innenrohren, die mit Querstangen, sogenannten Brücken, aneinander befestigt sind. An die Innenrohre wird der U-förmige Zug angebracht, an dem sich eine Wasserklappe befindet. Der Zug kann entweder in sechs Stufen herausgeschoben werden, was eine Tonvertiefung um jeweils einen Halbton bewirkt, oder stufenlos gezogen werden, so dass ein Glissando, also eine gleitende Tonhöhenveränderung, entsteht.
Der Tonumfang einer Posaune reicht von C1 bis es2, der optimale Klangbereich liegt zwischen C1 und h1. Ein Ton wird erzeugt, indem der Bläser seine Lippen elastisch spannt, wie es beim Pfeifen geschieht. Dadurch wird der Luftstrom periodisch unterbrochen. Durch das Kesselmundstück entsteht ein obertonreicher, heller Klang, der durch die zylindrische Rohrform unterstützt wird.

Das Musikinstrument Posaune ist ein Blechblasinstrument. Zwar wird es bereits in der Bibel als jobel, schofar bzw. keren (eigentlich Widderhorn) erwähnt, entstand aber in seiner jetzigen Form erst um 1450 in Burgund. Der Name entwickelte sich aus der altfranzösischen Bezeichnung "buisine" über das mittelhochdeutsche "Busine" zu seiner heute gängigen Form.

Unter einer Posaune versteht man im Allgemeinen eine Zugposaune, im Gegensatz zur Ventilposaune. Sie besteht aus einem S-förmigen Rohr, in das an dem einen Ende das Mundstück eingesetzt wird und das sich am anderen Ende zur Stürze oder zum Schalltrichter erweitert.

Der Ton entsteht dadurch, dass der Spieler seine Lippen zum Vibrieren bringt. Da die Lippen auf das Mundstück gepresst sind entstehen in der Posaune Druckwellen, die am offenen Ende, am Trichter, reflektiert werden und mit den neuen Druckwellen, die vom Mundstück kommen, interferieren. In der Posaune entsteht eine stehende Welle mit der Frequenz, mit der auch die Lippen des Spielers vibrieren. Die Frequenz muss umgekehrt proportional zur Länge der Posaune sein.

Die Tonhöhenänderung erfolgt durch den Zug, mit dem man sieben verschiedene Lagen (chromatisch) erreicht. Dadurch verlängert man die effektive Länge des Instrumentes, so dass der Ton tiefer wird. Außerdem kann man durch schnelleres vibrieren der Lippen erreichen, dass ein höherer Ton gespielt wird, dadurch kann man die verschiedenen Lagen erreichen.

Über den Zug ist es ebenfalls möglich, von einer Tonhöhe zu einer anderen zu "gleiten", also Glissandi  zu spielen. Von dieser Möglichkeit wird vor allem im Jazz Gebrauch gemacht.

Bei der Ventilposaune wird die Chromatik, ähnlich wie bei der Trompete, mit drei Ventilen erreicht.

Auch Zugposaunen werden mit Ventilen ausgestattet. Viele Posaunen haben ein Quartventil um bestimmte Intervalle einfacher spielen zu können.

Posaunen gibt es in verschiedenen Größen:

  • Sopran- oder Diskantposaune (sehr selten und schwierig)
  • Altposaune
  • Tenorposaune (am weitesten verbreitet, Stimmung in B, Tonumfang E-d2)
  • Bassposaune
  • Kontrabassposaune (selten).

Diese Varianten unterscheiden sich durch die Gesamtlänge und durch den Rohrdurchmesser (Mensur) und Größe des Schallbechers. Tenorposaunen mit Quartventil werden auch Tenorbassposaune genannt. Bassposaunen haben gelegentlich sogar noch ein zweites, das Quintventil.

Stücke für die Tenorposaune werden vor allem im F-Schlüssel (Bass-Schlüssel) notiert, in der klassichen Literatur auch im C-Schlüssel (Tenor-Schlüssel) (auch hier (Siehe auch Notenschlüssel).

In einigen Blasorchester-Ausgaben, speziell in solchen für den Schweizer Raum, wird die Posaune mitunter auch im Violinschlüssel notiert.

Posaunenstimmen im Bassschlüssel sind fast ausschließlich in C (also nicht transponierend) notiert, in seltenen Ausnahmen (vorzugsweise im Benelux-Raum) auch in B. Posaunenstimmen im Tenor-Schlüssel sind immer in C notiert, Posaunenstimmen im Violinschlüssel eigentlich immer in B und eine Oktave höher (d.h. wenn ein eingestrichenes C notiert ist, klingt ein kleines B).

Im Musikverein variiert die Verwendung der Posaunen je nach Musikart von Melodie bis hin zu Rhythmusaufgaben. [Verzeichniss]

Die Tuba

                                                                      

Geschichte

Die Tuba gehört zur Familie der Bügelhörner. Sie wurde in der länglichen gewundenen Form, die sie neben der nach oben geöffneten Stürze von dem Sousaphon und dem Helikon unterscheidet, seit 1830 gebaut. Wenige Jahre später verdrängte sie wegen ihres voluminösen Klanges die Ophikleide und das Serpent.
Dadurch, dass Tuben dem Orchester die durchdringenden Basstöne geben, werden sie als Bässe der Posaunengruppe eingesetzt. In Blasorchestern werden verschiedene Tubenformen nebeneinander verwendet, wie zum Beispiel das Bombardon, das Sousaphon, das Helikon, die Basstuba und der Kaiserbass.


Charakterisitika

Die Tuba hat eine weite Mensur und 3-5 Ventile. Das Instrument wird in Spielhaltung mit der Stürze nach oben gehalten. Das Rohr, auf dem ein becherförmiges Mundstück sitzt, ist mehrfach in leicht ovalen Windungen gebogen und hat zuerst einen konischen, dann einen zylindrischen und schließlich wieder einen konischen Verlauf, bis es in der Stürze ausläuft. Die im Orchester gebräuchliche Basstuba ist mit vier Ventilen und zwei zusätzlichen Kompensationsventilen ausgestattet. Ihr Tonumfang reicht von Des1 bis h1, der optimale Klangbereich liegt zwischen F1 und f1.

Ebenfalls zur Familie der Bügelhörner gehörend; wurde die Bass-Tuba im Jahre 1835 regelrecht in Auftrag gegeben. Der damalige preußische Musikinspizient Fr. W. Wieprecht hatte es satt, dass es keine genügend durchschlagkräftigen Bass-Instrumente für seine Musikkorps gab. Also erteilte er dem Berliner Instrumentenbauer Moritz den Auftrag, ein Bass-Instrument auf Bügelhorn-Basis zu entwickeln, was dieser dann auch tat. Damit war das Bass-Problem beim Marschieren gelöst und die bis dahin gebräuchlichen Ophikleiden (Klappenhörner mit grausigem Klang und miserabler Stimmung) konnten in den Ruhestand gehen. Die Tuba ist somit zusammen mit dem Saxophon das jüngste Instrument im Orchester. In Deutschland sind die "hohe" Bass-Tuba in F oder Es sowie die "tiefe" Kontrabass-Tuba in B am gebräuchlichsten, wobei meist die recht gelenkige Bass-Tuba in F als Einzelkämpfer im Sinfonieorchester Verwendung findet. Im Blasorchester sind jedoch die doch etwas behäbigeren B-Kontrabass-Tuben das wichtige Fundament, weil ja keine Streichbässe vorhanden sind. Die hohe Bass-Tuba (F/Es) verdoppelt die Bass-Linie meist in der Oktave um den obertonarmen Klang besser hörbar zu machen.

Die Tuben sind zusammen mit Waldhörnern, Posaunen und dem Schlagzeug für Rhythmus und Harmonie im Musikverein zuständig. [Verzeichniss]

Das Schlagzeug

Zur "Grundausstattung" des Blasorchesters im Schlagwerkbereich zählen die große und die kleine Trommel sowie die (türkischen) Becken. Die heute gebräuchlichen Instrumente kamen nach 1700 durch die türkische Militärmusik (Janitscharenmusik) nach Europa und somit in die hiesigen Opern- und vor allem in die Militärorchester. Trommeln oder allgemeine Rhythmusinstrumente an sich sind jedoch wahrscheinlich beinahe so alt wie die Menschheit selbst. In der Umgangssprache wird die große Trommel gern als Pauke bezeichnet. Dies ist jedoch schlichtweg falsch. Unter Pauken versteht man Schlaginstrumente mit einem halbkugelförmigen Resonanzkörper und einem waagerecht darübergespannten Fell, die meist paarweise geschlagen werden. Diese Pauken haben eine (be)stimmbare Tonhöhe im Gegensatz zu den Trommeln, die sich allenfalls in der Klangfarbe nicht aber in der Höhe des Tones verändern lassen.

Schlagwerk

Das Schlagwerk wird im Orchester vor allem für Klangeffekte, Rhythmen, Melodien und Harmonien verwendet. Die meisten Instrumente des Schlagwerks sind im Zuge der Janitscharenmusik ins Orchester gelangt. Besonders Carl Orff hat sich intensiv mit dem Schlagwerk auseinander gesetzt und das musikpädagogische Konzept des Orff´schen Instrumentariums entwickelt.
 

Triangel

Die seit dem 14. Jahrhundert in Europa bekannte Triangel ist im 18. Jahrhundert durch die sogenannte "Türkenmode" erstmals im Orchester verwendet worden. Die Triangel besteht aus einem Stahlstab, der zu einem an einer Ecke offenen Dreieck gebogenen ist. Sie wird mit einem geraden Metallstab angeschlagen. Das Dreieck mit einer Schenkellänge von 15 bis 30 cm wird an einer Schlinge frei schwingend an einem Ständer aufgehängt oder in der Hand gehalten.
Der Ton ist in der Höhe nicht bestimmbar, äußerst hell und besitzt die höchste Obertonfrequenz im Orchester. Heute wird die Triangel normalerweise auf einer Linie notiert.

Becken

Das Becken stammt aus dem asiatischen Bereich und war im Mittelalter und in der Antike unter dem Namen Kymbala bekannt. Im 18. Jahrhundert gelangt das Becken ins Orchester. Es gibt neben dem im Orchester verwendeten türkischen Becken, das flach ist und gleichmäßig von der Mitte zum äußeren Rand verläuft, das chinesische Becken, das sehr dünn ist, einen aufgebogenen Rand und eine dosenförmige Mitte hat.
Das Becken besteht aus zwei tellerförmigen Metallscheiben aus Messinglegierungen mit einem Durchmesser von 30 bis 50 cm, die in der Mitte mit einer kleinen Kuppelausbuchtung versehen sind. Die Ränder der Scheiben werden mit Schlegeln oder Besen angeschlagen und so zum Schwingen gebracht. Das Becken wird an einem durch ein Loch in der nichtschwingenden Mitte gezogenen Riemen befestigt bzw. gehalten. Teilweise werden auch einzelne Becken an einen Ständer gehängt. Die Tonhöhe ist nicht bestimmbar. Das Becken hat einen schrillen, lang anhaltenden Klang.


Trommeln

Trommeln gehören zu den ersten Instrumenten der Menschheit. Sie sind sowohl bei den Naturvölkern seit Jahrhunderten in Gebrauch als auch schon aus der Zeit des alten Ägypten überliefert. In Europa gibt es seit dem Mittelalter sowohl ein- als auch zweifellige Trommeln. Im 17. Jahrhundert gelangten die Kleine wie auch die Große Trommel ins Orchester. In dieser Zeit wurden auch Spannschrauben zur Fellspannung an den Trommeln befestigt

Kleine Trommel

Die Kleine Trommel, die sich aus der Militärtrommel entwickelt hat, besitzt eine zylindrische Form, eine Höhe von 16-18 cm und der Durchmesser der Felle beträgt 35 cm. Während das obere Fell als Schlagfell dient und in der Mitte angeschlagen wird, wird das untere Fell als Resonanzfell verwendet. Es wird vor allem durch die Luft im Inneren zum Schwingen gebracht.
Bei der Kleinen Trommel sind vier bis zehn Schnarrsaiten über das Resonanzfell gespannt, die den charakteristischen schnarrenden Klang der Trommel erzeugen. Durch das Abnehmen des Schnarrsaitenbezugs wird der Klang dumpfer. Die Felle werden durch Schrauben gespannt, die am Felldruckreifen befestigt sind.
Die Trommel wird mit Schlegeln aus Hartholz angeschlagen. Der Corpus ist heute meistens aus Metall oder Holz und die Felle sind aus gegerbter Kalbs- oder Eselshaut gefertigt.

Große Trommel

Die Große Trommel ist türkischer Herkunft und unterscheidet sich vor allem in den Maßen von der Kleinen Trommel. Sie ist 15-76 cm hoch und hat einen Felldurchmesser von 36-100 cm. Sie wird meistens auf einen kleinen Ständer gestellt, so dass sie von beiden Seiten mit einem oder zwei Schlegeln aus unterschiedlichem Material geschlagen werden kann. Normalerweise benutzt man einen lederbezogenen Holzschlegel für den betonten und eine Rute für den unbetonten Schlag. Auf dem Boden stehend kann die Große Trommel auch mit einer Anschlagmaschine durch den Fuß geschlagen werden.

Glockenspiel

Das in Frankreich aus dem 7. Jahrhundert bekannte Glockenspiel, auch Cymbala genannt, bestand aus verschieden gestimmten Glocken, die nebeneinander aufgehängt waren und mit einem Hämmern oder Stäbchen angeschlagen wurden. Das Glockenspiel diente in erster Linie zur Begleitung liturgischer Gesänge. Seit dem 12. Jahrhundert wurden Glockenspiele in Kirchtürmen verwendet, um den Stundenschlag der Uhr zu markieren.
Im 14. Jahrhundert kam das erste mechanische Glockenspiel mit einer Stiftwalze auf. Im 16. Jahrhundert wurde die Zahl der Glocken auf zwei bis vier Oktaven erhöht. Dadurch und durch die Einführung einer mit den Fäusten geschlagenen Klaviatur wurde ein selbständiges Spielen ermöglicht. Seit dem 17. Jahrhundert gibt es auch Glockenspiele, bei denen die Glocken durch Metallplatten ersetzt werden. Das moderne Orchesterglockenspiel hat eine zweireihige Klaviatur aus Stahlplatten, die mit Metallhämmern angeschlagen wird und in einem flachen Resonanzkasten liegt (s.a. Celesta). Der Tonumfang reicht von g2-e5


Rassel

Die Rassel ist auf der ganzen Welt verbreitet. Sie wird vor allem als Geräuschinstrument für magische und kultische Handlungen aber auch für Geräuscheffekte verwendet.
Rasseln gibt es in Gefäß-, Reihen- oder Rahmenform. Die Gefäßrassel hat einen runden oder ovalen Hohlkörper aus Holz, Metall, Ton oder anderen Materialien. In diesen Hohlraum sind ein oder mehrere Rasselkörper (Samenkörner, kleine Steine und ähnliches) eingeschlossen. Die Rassel wird durch Schütteln zum Klingen gebracht.

Gong

Der Gong ist ostasiatischer Herkunft und besteht aus einer runden Metallplatte aus Bronze, die entweder gegossen oder gehämmert ist. Der gestimmte Gong hat in der Mitte einen Buckel oder eine Vertiefung, die mit einem weichen Klöppel angeschlagen wird. Der Rand ist in der Regel gebogen, teilweise so weit, dass ein Kesselgong entsteht. Die Größe des Gongs kann sehr unterschiedlich sein.
Die Tamtams haben einen Durchmesser von bis zu 1,50 m und sind auf keinen festen Ton gestimmt. In den asiatischen Gamelan-Orchestern werden meistens mehrere Gongs verwendet. In Europa sind Gong und Tamtam seit Ende des 18. Jahrhunderts in einigen Werken im Orchester vertreten.


Celesta

Die Celesta ist 1886 erstmals von A. Mustel gebaut worden und wurde wenig später von verschiedenen Komponisten in ihren Werken verwendet. Das dem Harmonium ähnliche Stahlplattenklavier hat einen Tonumfang von c1-c5. Die abgestimmten Stahlplatten liegen auf hölzernen Resonanzkästen und werden über eine Tastatur mit Hammermechanik angeschlagen. Der lange Nachhall der Töne kann mit einem Pedal gedämpft werden. Die Celesta hat einen hellen und zarten Klang. Die Klangfarbe ist irgendwo zwischen dem des Glockenspiels und dem der Glasharmonika anzusiedeln.

Xylophon

Man geht davon aus, dass das einfache Klangholz der Vorläufer dieses Instruments ist. Xylophone sind in der ganzen Welt verbreitet. So gibt es sie mit wenigen Klanghölzern in Ozeanien und bei den Indianern in Amerika, in Afrika und Indonesien treten sie mit 5-25 Platten auf. Die indonesischen Xylophone haben als Klangkörper eine unter den Platten angebrachte Röhre, während die Afrikanischen eine Kalebasse als Resonator besitzen. Solche Xylophone sind im 20. Jahrhundert auch nach Europa gelangt. Doch schon in der Antike hat es hier Xylophone ohne Kalebasse gegeben, die erst wieder ab dem 15. Jahrhundert populärer. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde es erstmals im Orchester eingesetzt.
Als Xylophon werden die Instrumente bezeichnet, die durch das Anschlagen von Holzstäben oder Holzplatten einen Ton produzieren. Die Platten der Orchesterxylophone sind klaviaturmäßig auf einem Gestell befestigt und besitzen heute üblicherweise Resonanzröhren. Diese Instrumente werden auch Xylomarimba oder Xylorimba genannt. Um das Mitschwingen des Materials zu vermeiden, werden die Platten auf Fäden gezogen oder liegen auf weichem Material wie zum Beispiel Gummi oder Filz. Angeschlagen werden die Holzplatten mit löffel- oder kugelförmigen Schlägeln. Xylophone werden heutzutage auch gerne als Schulinstrumente verwendet. Der Tonumfang geht von c1 bis c5.
Zu der Klasse der Xylophone gehören auch Marimba, Metallophon und Vibraphon.

Weiteres Schlagwerk

Des Weiteren gehören zum Schlagwerk noch Amboß, Claves, Holzblock, Klappern, Schellen, Kastagnetten, Peitsche ( oh ho ) und Schellentrommel

 

Die Fülle der Schlaginstrumente ist schier unendlich. Vom Drum-Set (kombiniertes Schlagzeug aus großer und kleiner Trommel, mehreren Becken und Tom-Toms) für die Unterhaltungsmusik, über die sogenannten Stabspiele (Lyra, Glockenspiel, Xylophon, Marimbaphon, Vibraphon) bis hin zu den Rassel- und Effektinstrumenten (Triangel, Schellenring, Holzblöcke, Hupen, Vogelstimmenpfeifen, usw.) haben die Schlagzeuger eine Menge Dinge zu bedienen. [Verzeichniss]

 


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